Meine Meinung zu ...

"Grüne" Überlegungen zum Tag der Frau

Die Grünen haben auf Landesebene die meisten weiblichen Kandidaten aller Parteien gestellt, sie haben wie selbstverständlich eine Frauenquote von 50 % eingeführt und die gewählten Vertreter sind Frauen. Zum einen gibt es viele Frauen, die Grün wählen, zum anderen geben auch viele männliche Wähler grünen Frauen ihr Vertrauen...

Frauenfeindlichkeit hat in dieser Partei keinen Platz - auch das bewegt Frauen dazu, sich hier zu engagieren.

Was wollen Grüne Frauen mehr? Wir wünschten, dass alle Männer mehr Respekt vor fundierten Meinungen von Frauen zeigen, dass sie diese nicht wegen einer fremd anmutenden Äußerung oder wegen ihres Geschlechtes abwerten, dass sie nicht, aller Vernunft zum Trotz, auf ihren Machtpositionen bestehen.

Frauen sind - und bleiben hoffentlich - die Lebensspenderinnen, sie waren immer näher am Leben als Männer. Die männlich geprägte Wissenschaft strebt aber die Beherrschung des Lebens und Zerstörung der Natur an. Wissenschaftler entmachten vielfach auch die Frau, befriedigen Allmachtsgefühle bei der Schöpfung einer zweiten Natur, wie in der Gentechnik und beim Klonen. Viele Frauen haben begonnen, sich nicht mehr als Lebewesen innerhalb der Natur zu sehen, da die Gleichsetzung der Frau mit "Natur" in der Vergangenheit verheerende Folgen für Frauen mit sich brachte, biologistische Zuweisungen und Verfolgungen, wie z. B. bei den Hexenprozessen. Mehr denn je sind Frauen aber gefordert, das techno-patriarchale Zukunftsprogramm abzuwenden, um eine gesunde und nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen.

Frauen (besonders) sind Opfer einer zerstörerischen Entwicklung, und nicht selten sehen sie ihre einzige Chance, Akteurinnen sein zu können, in selbstzerstörerischen Handlungen. Die Leiber von Frauen werden der Seele beraubt und schließlich von den Frauen selbst als Fremdkörper betrachtet, die sich mehr oder weniger gut vermarkten lassen.

Es braucht deshalb Frauen, die gegen die unmenschliche Entwicklung Widerstand leisten. Es gibt eine Verbindung zwischen dem Kampf der Frauenbewegungen und dem Kampf der Ökologiebewegungen: beide richten sich gegen patriarchale Bedrohungen.

Und es braucht Männer, die Frauen darin unterstützen und die eine Kultur des herrschafts- und gewaltfreien, frauenfreundlichen und naturschonenden Zusammen-Lebens praktizieren - viele! Dadurch können auch sie letztlich nur gewinnen.

Gerda Gius
Marina Manganaro
Frauen-Sprecherinnen der Grünen